Mit einer Stiftung individuell und nachhaltig helfen

Stiftungstag.

Was ist eine Stiftung?
Die Stiftung ist ein ideales Instrument, um das persönliche gemeinnützige Engagement ohne eine zeitliche Begrenzung und über das eigene Leben hinaus zu verwirklichen. So wird dem Stifter oder der Stiftergemeinschaft die unendliche Bewahrung des Lebenswerkes ermöglicht.

Im rechtlichen Sinne ist eine Stiftung ein auf Dauer angelegtes besonderes Vermögen zur Verwirklichung der vom Stifter bestimmten Zwecke. Das Vermögen muss in seinem Bestand ungeschmälert erhalten werden, ist von daher sicher und wirtschaftlich zu verwalten. Das Vermögen sollte dem Stiftungszweck angemessen sein, damit seiner Verwirklichung nichts im Wege steht. Das Vermögen ist dem Zugriff des Stifters endgültig entzogen.

Die Stiftung hat im Gegensatz zu einem Verein oder einer GmbH keine Mitglieder oder Gesellschafter, sondern nur ein oder mehrere Organe und ist sich selbst verantwortlich.

Zum Wesen der kirchlichen Stiftung
Drei wesentliche Kriterien machen eine kirchliche Stiftung aus:

1. spezifische Zweckbindung:
Kirchliche Stiftungen dienen kirchlichen Zwecken. Denkbar ist damit die gesamte Bandbreite kirchlichen Wirkens.

2. organisatorische Zuordnung zu einer Kirche:
Der Staat erkennt nur solche Stiftungen als kirchlich an, die der verfassten Kirche in organisatorischer Weise zugeordnet sind. Die Verbindung muss die Verantwortlichkeit der Kirche für die Stiftung dokumentieren. Für eine Zuordnung ist mindestens erforderlich, dass die Stiftung von Personen verwaltet wird, die im Einvernehmen mit der Kirche stehen.

3. verfahrensmäßige Beteiligung der kirchlichen Stiftungsbehörde:
Damit eine kirchliche Stiftung nicht ohne Zustimmung der Kirche errichtet werden können, ist die Beteiligung der kirchlichen Stiftungsbehörde erforderlich. Die verfassungsrechtliche Sonderstellung der Kirchen mit dem Recht der Selbstverwaltung schließt die Befugnis ein, die Verwaltung und die Beaufsichtigung der kirchlichen Stiftungen grundsätzlich selbst zu regeln, so dass in diesem Umfang das staatliche Stiftungsrecht zurücktritt. Gründung, Wirken und Auflösung einer kirchlichen Stiftung richten sich daher sowohl nach den Vorschriften des staatlichen Rechts als auch des Kirchenrechts.

Unterschied zur Spende: Da die Spende zeitnah in voller Höhe verwendet werden muss, ist die Nachhaltigkeit der Förderung eines Zwecks über einen ewigen Zeitraum nicht gegeben.

Wer kann stiften?
Jede natürliche oder juristische Person kann zum Stifter werden. Dabei gibt es weder Altersgrenzen noch Betragsgrößen für Ihr stifterisches Engagement. Eine Stiftung kann zu Lebzeiten und von Todes wegen errichtet werden. Ebenso kann eine Gruppe von Personen zu Stiftern werden.

Was kann gefördert werden und welche Stiftungs- form passt zu mir bzw. uns?
In der Abgabenordnung (§ 52 Abs. 2) werden folgende Zwecke als förderfähig und gemeinnützig anerkannt:

  • Wissenschaft und Forschung
  • Religion
  • Öffentliches Gesundheitswesen und öffentliche Gesundheitspflege
  • Jugend- und Altenhilfe
  • Kunst und Kultur
  • Denkmalschutz und Denkmalpflege
  • Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschl. Studentenhilfe
  • Naturschutz, Landschaftspflege, Umweltschutz u. a.
  • Wohlfahrtswesen
  • Hilfe für Verfolgte, Flüchtlinge, Opfer von Straftaten, Behinderte u. a.
  • Rettung aus Lebensgefahr
  • Feuer-, Arbeits-, Katastrophen- und Zivilschutz, Unfallverhütung
  • Völkerverständigungsgedanke  u. a.
  • Tierschutz
  • Entwicklungszusammenarbeit
  • Verbraucherberatung und -schutz
  • Fürsorge für Strafgefangene und ehemalige Strafgefangene
  • Gleichberechtigung von Frauen und Männern
  • Schutz von Ehe und Familie
  • Kriminalprävention
  • Sport
  • Heimatpflege und -kunde
  • Tier- und Pflanzenzucht, traditionelles Brauchtum u. a.
  • Demokratisches Staatswesen
  • Förderung bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke

Nachdem der Stiftungszweck und die einzubringenden Vermögenswerte festgelegt sind, stehen folgende Formen des Engagements zur Auswahl:

Zustiftung:
Eine Zustiftung bietet sich an, wenn Sie eine bestehende Stiftung nach- haltig fördern möchten. Das Kapital fließt in das Grundstockvermögen der Stiftung und erhöht es. Aus den Erträgen kann dann der festgelegte Zweck erfüllt werden. Hierbei gibt es keine Betragsbeschränkung.

Stiftungsfonds:
Sie wollen Ihrem Kapital Ihren Namen mit auf den Weg geben und ewig erhalten, jedoch den Zweck einer bereits bestehenden Stiftung unterstützen. Sie wollen keine eigenen Organe besetzen, aber die Wirksamkeit Ihrer Stiftung betrachten können.

Treuhandstiftung/rechtlich unselbstständige Stiftung:
Sie wollen nicht nur den Namen der Stiftung bestimmen können, sondern auch den Zweck einer Stiftung individuell festlegen und über die Ertragsausschüttung wachen. Zugleich möchten Sie entlastet werden von allen Verwaltungs- und Rechnungslegungsaufgaben. Ein Treuhänder verantwortet die Abwicklung Ihrer Stiftung und vertritt sie im Rechtsverkehr. Über die Vergabe von Mitteln können Sie aber mitentscheiden. Idealerweise nutzen Sie einen institutionellen Treu- händer wie z. B. eine caritative oder kirchliche Dachstiftung.

Rechtsfähige/selbstständige Stiftung:
Sie wollen die höchstmögliche Sicherheit, dass Ihre Zuwendung im eigenen Sinne verwendet wird. Die rechtsfähige Stiftung ist eine eigenständige juristische Person, die staatlich bzw. kirchlich beaufsichtigt wird. Sie ist mit einem eigenen Organ ausgestattet und beschließt die Mittelverwendung gemäß der unwiderruflichen Satzung. Sämtliche Verwaltungsvorgänge wickelt sie selbst ab.

Wie wird stifterisches Engagement gefördert?
Über die steuerliche Privilegierung bei Spenden, bei der natürliche Personen bis zu 20 % des Gesamtbetrags ihrer Einkünfte, Einzel- unternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften bis zu 20 % des Gewinns oder 4 ‰ der gesamten Umsätze und Löhne zzgl. Gehälter anrechnen lassen können, erhalten natürliche Personen im Jahr der Zuwendung sowie in den folgenden neun Jahren einen Sonderaus- gabenabzug bis zu 1 Mio. EUR (bei Ehegatten bis zu 2 Mio. EUR).

Bei Zuwendungen aus Erbschaft, Vermächtnis oder Schenkung entfällt die Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer, wenn die Vermögensgegenstände auf eine inländische Stiftung innerhalb von 24 Monaten nach Erbfall übertragen werden.

Bei gemeinnützigen Zwecken ist die Stiftung selbst von der Steuerpflicht auf Erträge befreit und kann 100 % der eingenommenen und erwirtschafteten Mittel satzungsgemäß verwenden.

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Einladung: Tag der Stiftungen 2017

Fotogalerie der ersten Regionalveranstaltung in Kevelaer 2017

Fotogalerie vom Tag der Stiftungen 2016

 

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