Warum Monika Rüschenbeck "stiften geht"

Monika Rüschenbeck.
"Wenn man überzeugt ist, muss man was tun": Aus dieser Überzeugung engagiert sich Monika Rüschenbeck als Zustifterin und als Stiftungsratsmitglied.

Monika Rüschenbeck fühlt sich "angestachelt": Wenn sie von behinderten Menschen erfährt, die nötige Unterstützung nicht bekommen, und von Angehörigen, die darum nicht kämpfen mögen oder können. "So etwas stachelt mich an, und deshalb mache ich das", sagt die Wadersloherin entschieden.

Mit dem kleinen Wort "das" fasst sie ihr großes Engagement für Menschen mit Behinderung zusammen, das bald um ein weiteres Amt reicher werden wird: Im September soll sich der Stiftungsrat der Caritas-Stiftung für Menschen mit Behinderung formieren, dem Monika Rüschenbeck angehören wird. Die Stiftung selbst wurde am 10. Juni 2013 unter dem Dach der Caritas Gemeinschaftsstiftung im Bistum Münster gegründet. Am 5. Oktober 2013 wird sie am bistumsweiten Stiftungstag in Münster teilnehmen.

Monika Rüschenbeck, Mutter eines seit Geburt schwerstbehinderten Sohnes, hat die Gründungsgeschichte miterlebt. Die erste Idee kam von Ingo Emmelmann, Leiter des Caritas-Wohnheims in Lüdinghausen, "weil er Notfälle kennt, denen eine Stiftung helfen könnte." Von Seiten der Caritas seien Eltern gefragt worden, ob sie mitarbeiten würden. "Ich war erst skeptisch, ob eine Stiftung was bringt", gibt die 57-Jährige zu, "aber weil ich die Sache für so wichtig halte, hätte ich ein schlechtes Gewissen gehabt, nein zu sagen."

Dass der Bedarf da ist, wisse sie aus ihren Ehrenämtern. Viele Menschen mit Behinderung seien lebenslang auf staatliche Leistungen angewiesen, die aber nicht alles Nötige abdeckten. Hier setzt die Stiftung an. Sie wird notwendige Hilfsmittel oder -maßnahmen bezahlen, die die gesetzlichen Leistungen nicht finanzieren. Monika Rüschenbeck nennt ein Beispiel: "Wenn unser Sohn ins Krankenhaus müsste, müsste Tag und Nacht eine vertraute Person bei ihm sein." Das zahle keine öffentliche Stelle, die Stiftung aber könne es.

Wie notwendig der Lückenschluss zwischen staatlicher Versorgung und tatsächlichem Bedarf ist, weiß die dreifache Mutter nur zu gut: "Nicht alle Eltern können für ihre behinderten Kinder finanziell vorsorgen, zugleich wissen sie aber, dass diese ein Leben lang finanzielle Unterstützung brauchen." Insofern solle die Stiftung nicht nur im konkreten Fall helfen, sondern auch die Zukunftssorgen der Eltern mindern.

Dazu steht ein Startkapital von 50.000 Euro zur Verfügung, das es durch Aktionen oder Zustiftungen zu vermehren gilt. Denn Stiftungen können grundsätzlich nur die Zinsen nutzen, die ihr Kapital bringt. Das Kapital selbst dürfen sie nicht antasten. Umso wertvoller ist es, dass die Stiftung als Fonds unter dem Dach der Caritas-Gemeinschaftsstiftung organisiert ist. Denn so erhält sie nicht nur Hilfe bei der Verwaltung, sondern auch einen besseren Zinssatz, da das Kapital aller Fonds gemeinsam verzinst wird.

Für die Katholikin Monika Rüschenbeck ist die Verbindung zur Caritas noch aus einem ande-ren Grund wertvoll: "Der Zweck unserer Stiftung hängt ja eng mit dem christlichen Glauben zusammen. Es ist unsere menschliche und christliche Pflicht, zu helfen, wo sonst keiner hilft."

Das wird sie als Mitglied des Stiftungsrates ab September tun. Die fünf Mitglieder des Rates – unter ihnen auch ein Mensch mit Behinderung – entscheiden künftig über die Förderanträge, die bei der Stiftung eingehen.

Dass gerade eine Stiftung wirksam hilft, davon ist Monika Rüschenbeck längst überzeugt. "Die Menschen haben heute weniger Geld für einzelne Spenden zum Beispiel an Vereine", erklärt sie, "das Kapital einer Stiftung aber ist sicher für die Zukunft. Eine Stiftung ist ewig und kann ewig ihren Zweck erfüllen." Aus dieser Überzeugung heraus hat sie auch privat zugestiftet, also das Kapital erhöht: "Wenn man überzeugt ist, muss man was dazu tun."

Es gibt also viele gute Gründe für Monika Rüschenbecks Engagement. "Unterstützung zu verdienen und nicht zu bekommen, das hat keiner verdient", sagt sie. Und lässt sich davon immer wieder neu anstacheln.

pbm, September 2013

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