Warum Ludger Laufmöller "stiften geht"

Ludger Laufmöller.
Den Dialogpreis von Bistum Münster und der Bistumszeitung Kirche und Leben erhielt Ludger Laufmöller als Anerkennung seiner Stiftungsgründung.

Stiftungen gibt es immer mehr, auch im Bistum Münster, und die meisten von ihnen widmen sich sozialen Anliegen. Da mutet der Zweck, den Ludger Laufmöller seiner Stiftung gegeben hat, eher außergewöhnlich an: Er gründete im Dezember 2005 die "Stiftung zur Förderung der Liturgie in St. Johannes Oelde". Als deren Vertreter wird er am Samstag (5. Oktober 2013) am zweiten bistumsweiten Stiftungstag in Münster teilnehmen.

Für den gläubigen Katholiken war die Liturgie – also die Art, wie Gottesdienste gestaltet werden sollen – als Stiftungszweck keineswegs außergewöhnlich, sondern naheliegend. "In Oelde habe ich immer Priester erlebt, die gute Liturgie umgesetzt haben", erzählt er, "außerdem bin ich als Lektor, Kommunionhelfer und früher in der Messdienerarbeit daran beteiligt." Deshalb sei es sein Anliegen, "dass Liturgie nicht nur funktioniert, sondern würdig gefeiert wird."

Gleichzeitig habe er "etwas Dauerhaftes schaffen wollen, und das zu Lebzeiten, damit ich sehe, was daraus wird, und gegebenenfalls nachjustieren kann." So gründete er die Stiftung – und musste bis heute nichts nachjustieren.

Mehrfach hat sich die Stiftung im Sinne ihres Zwecks engagiert. Als erste Maßnahme wurden 2005 ein Kelch und ein Ciborium restauriert. "Heute, wo wechselnde Priester die Gottesdienste feiern und nicht immer eigene Gefäße mitbringen, ist es schön, wenn sie würdige Gefäße und Paramente vorfinden", begründet Laufmöller. Außerdem sei der Erhalt der Geräte auch eine kulturelle Aufgabe der Kirche: "Dadurch hält man die Erinnerung an Menschen wach, die früher für die Anschaffung gespendet und dafür oft einen großen Anteil ihres Vermögens eingesetzt haben", findet der 68-Jährige. Gleichzeitig könne man durch Anschaffung zeitgemäßer Geräte dem heutigen Empfinden Rechnung tragen, sodass sich Gegenwart und Vergangenheit verbänden.

Persönlich profitiert er noch auf andere Weise von seinem Engagement: "Der Kontakt zu den Künstlern, die die Gegenstände gestalten und restaurieren, ist sehr bereichernd." Erfahren hat er das bei vielen weiteren Maßnahmen, die seine Stiftung umgesetzt hat.

Unter anderem wurden eine Nische im Chorraum der Kirche zur Aufbewahrung heiliger Öle eingerichtet sowie die Ölgefäße restauriert. "Dadurch sollte sichtbar werden, dass bei der Taufe neben dem Wasser auch die Salbung mit Öl eine Rolle spielt", erläutert Laufmöller.

Auch mit einer Taufstola, die seine Stiftung kurz nach dem Tod seiner Mutter finanzierte, verbindet er Inhaltliches, "den Zusammenhang zwischen Leben und Tod." Grundsätzlich ist nichts, was Ludger Laufmöllers Stiftung fördert, ohne Aussagekraft. So ließ er neue Messgefäße nach Wertigkeit unterschiedlich gestalten.

Finanziert haben all das und mehr die Zinsen des Stiftungskapitals, dessen einziger Stifter bislang Laufmöller selbst ist. Das Kapital an sich darf – wie bei allen Stiftungen – nicht angerührt werden. Diese Form der nachhaltigen Förderung hat der pensionierte Betriebswirt sehr bewusst gewählt. "Sie bietet einfach Sicherheit für die Zukunft", erklärt er.

Für diese Zukunft will er die Stiftung aufstellen, indem er deren Aufgaben schrittweise weitergibt. So wird der dreiköpfige Vorstand, der eine vierjährige Legislaturperiode hat, demnächst auf einer Position erneuert. Dabei achtet Laufmöller darauf, dass möglichst der Pfarrer dabei ist: "Liturgie ist und bleibt Kerngeschäft der Kirche, wir sind nur unterstützend tätig."

Unterstützung will Ludger Laufmöller gern auch anderen anbieten und sieht dafür den Stiftungstag als gute Gelegenheit. "Das Wissen, das wir im Bistum zu diesem Thema haben, sollte stärker genutzt werden", meint er. Einen Rat gibt er schon jetzt allen, die sich für eine Stiftungsgründung interessieren: "Wichtig ist, den Zweck nicht zu eng zu fassen, weil er verbindlich ist. Gleichzeitig sollte aber die Absicht des Gründers eindeutig daraus hervorgehen."

Diese Erfahrungen und das Engagement von Ludger Laufmöller wurden 2006 auch offiziell gewürdigt, indem der Oelder den "Dialogpreis für gute Taten" des Bistums Münster und der Bistumszeitung "Kirche + Leben" erhielt. Begründet wird das in der begleitenden Urkunde damit, dass er ein Beispiel gebe "für die Verantwortung jedes Christen, der Welt Gott zu zeigen" – eine Verantwortung, der Ludger Laufmöller auch künftig nachkommen will. 

pbm, 16.09.2013

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