Stiftungsfonds der Caritas Recklinghausen hilft Kinder und Jugendlichen

Aktion Eine Million Sterne.
Mit der Aktion Eine Million Sterne im Jahr 2008 begann die Erfolgsgeschichte des Sterntaler Sozialfonds.

Manchmal ist Not ganz alltäglich. Da braucht ein Kind Geld für eine Busfahrkarte, weil es sonst die Mutter nicht im Krankenhaus besuchen kann. Oder ein Jugendlicher kann sich nicht angemessen auf die Hausaufgaben konzentrieren, weil sich die Familie keinen Schreibtisch leisten kann und er am viel zu kleinen Tisch im viel zu lauten Wohnzimmer hocken muss. So und ähnlich sieht die Alltagsnot aus, gegen die sich der Sterntaler-Stiftungsfonds des Caritasverbandes für die Stadt Recklinghausen engagiert. Er ist eine von vielen Stiftungen im Bistum Münster. Dieses lädt am Samstag (5. Oktober 2013) zu Austausch und Information über das Stiftungswesen beim zweiten bistumsweiten Stiftungstag ein.

Mit dem Stiftungsfonds leistet der Caritasverband "klassische Einzelfallhilfe", wie Daniel Maiß sagt – eben wie die Sterntaler aus dem Märchen, die ja auch einzeln vom Himmel fallen. Maiß macht die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes. Außerdem landen alle Förderanträge bei ihm, und er stellt später auch die Bescheide aus. Entscheiden tut er indes nicht über die Förderung: "Dafür gibt es ein Gremium aus sechs Mitarbeitern der Caritas, die den jeweiligen Bedarf fachlich beurteilen können", erklärt er.

Dafür gibt es klare Kriterien. Unterstützung erhalten nur Recklinghäuser im Alter von bis zu 25 Jahren, die von der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des Caritasverbandes betreut werden, und auch nur dann, wenn alle anderen Fördermöglichkeiten ausgeschöpft sind oder nicht in Frage kommen. Die Anträge stellen Mitarbeiter aus den Fachdiensten und Einrichtungen der Caritas. "Der Anteil der Anträge, die bewilligt werden, liegt im sehr hohen 90-Prozent-Bereich", sagt Daniel Maiß. Zum Beispiel wurden 2012 von 78 Anträgen 76 genehmigt.

Allen Anträgen gemeinsam ist, dass der Stiftungsfonds schnell – innerhalb von drei Tagen – und mit kleinen Beträgen von bis zu 150 Euro hilft. Bedarf für diese Förderung ist das ganze Jahr über, von Winterkleidung und Bettdecken bis hin zu Ferienfreizeiten in den Sommerferien. Bedingung ist, dass der junge Mensch sich in einer Notlage befindet, die ihn ohne finanzielle Förderung entweder existenziell bedrohen oder – wie im Fall der Teilnahme an einer Ferienfreizeit – sozial maßgeblich benachteiligen würde. "Gerade die Zahl der Anträge für Ferienfreizeiten ist sehr gestiegen", weiß Maiß, " da geht es dann eher um soziale Armut."

Der sichtbare Bedarf vor Ort war es auch, der zur Gründung des Stiftungsfonds führte. 2008 fand auch in Recklinghausen die Caritas-Solidaritätsaktion "Eine Million Sterne" mit großem Erfolg statt. "Einen Teil des Erlöses hat man auswärtige Zwecke gespendet, einen Teil aber hier in Recklinghausen behalten, weil man den enormen Bedarf sah", schildert Daniel Maiß.

Als Gegenmaßnahme habe die Geschäftsführung des Caritasverbandes zunächst einen Sozialfonds gegründet. Ziel sei aber schon damals gewesen, das nötige Kapital für einen Stiftungsfonds zusammenzubekommen. "Man wusste ja nicht, ob die damalige hohe Spendenbereitschaft von Dauer ist, und wollte trotzdem dauerhaft helfen", begründet Maiß. Die Möglichkeit dafür bietet eine Stiftung: Die Zinsen und Dividenden aus ihrem Kapital kann sie ihrem Zweck entsprechend verwenden. Das Kapital selbst darf jedoch nicht angetastet werden und sichert so die Förderung des Stiftungszwecks für die Zukunft ab.

"2008 ist man davon ausgegangen, erst in etwa zehn Jahren das nötige Kapital für eine Stiftungsgründung aufbringen zu können", erinnert sich Daniel Maiß. Tatsächlich seien aber so viele Spenden gekommen, dass am 4. November 2011 mit einem Kapital in Höhe von 50.000 Euro der Stiftungsfonds gegründet werden konnte, angesiedelt unter dem Dach der Caritas-Gemeinschaftsstiftung im Bistum Münster. Sie verwaltet das Stiftungsvermögen: "Für die Verwaltungsarbeiten hätten wir keine Kapazitäten. Daher sind wir bei der Caritas-Gemeinschaftsstiftung gut untergebracht", sagt Maiß.

Inzwischen ist das Kapital auf 70.000 Euro angewachsen. Um es zu vermehren, veranstaltet der Sozialfonds in jedem Sommer ein Konzert, präsentiert sich bei Veranstaltungen und betreibt Öffentlichkeitsarbeit – damit auch künftig Sterntaler über Recklinghausen fallen.

pbm, 30.09.2013
Foto: Nowaczyk/Medienhaus Bauer

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