Stiften - eine aktuelle Aufgabe mit Herausforderungen und Zukunft

"Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen!"
Getreu diesem Augustinus-Zitat gehören nach Ansicht der Experten nach wie vor die Persönlichkeit und Leidenschaft des Stifters, eine überzeugende Idee, mittragende Menschen, aber auch kaufmännische Weitsicht und Transparenz zum Erfolgsrezept einer gut funktionierenden Stiftung.

Aus verschiedenen Perspektiven rückten Münsteraner Stiftungs-Experten aus Praxis, Recht, Finanzen und Kirche am bundesweiten "Tag der Stiftungen"die Rahmenbedingungen, Entwicklungen und aktuellen Herausforderungen für Stiftungen in den Blick.

Und dazu hatte das Stiftungsforum, welches vom Bistum Münster, dem Caritasverband und der DKM Darlehnskasse Münster eG im Jahr 2012 gemeinsam ins Leben gerufen wurde, in diesem Jahr die Stiftung der Alexianerbrüder als regionalen Gastgeber ausgewählt.

"Die Zukunftssicherung in einer Zeit, in der Ordensgemeinschaften immer kleiner werden, aber auch die Impulsgebung und langfristige Sicherung des geistigen, kulturellen und religiösen Wirkens der Alexianer waren etwa im Jahr 2013 für die Münsteraner Ordensgemeinschaft die ausschlaggebenden Motive zur Stiftungsgründung“, erläuterte Alexianer-Kuratoriumsmitglied Christian Staiber bei seiner Begrüßung.

Dass das Wesen der Stiftung dabei nicht nur einer uralten Idee zur Wohltätigkeit entstammt, sondern genauso eine sehr aktuelle und gewaltige Aufgabe der Zukunft sein wird, verdeutlichte DKM-Stiftungsberater Timo Brunsmann mit aktuellen Fakten und Zahlen:
Nicht weniger als 2,6 Billionen Euro werden von 2011 bis 2020 an Nachkommen vererbt. Das sind pro Jahr rund 260 Mrd. Euro und immerhin 5 Prozent dieser Summe fließen in Stiftungen. Auch die Bereitschaft zum Spenden, insbesondere bei religiös motivierten Personen, sei groß und nehme zu: So wuchs die Zahl der spendenden Menschen etwa allein von 2014 (22,4 Mio.) auf 22,7 Mio. Spendern in 2015 an.

Insgesamt gebe es damit in Deutschland mit immerhin 21.301 rechtsfähigen, 30.000 unselbständigen und 100.000 kirchlichen Stiftungen eine sehr gute Basis für soziales Engagement.

Doch wie gründe ich eine Stiftung, wo liegen die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Stiftungsformen, welcher Rahmenbedingungen bedarf es für ein gutes Funktionieren und wo liegen die Herausforderungen der Zukunft?  Antworten auf diese und weitere Fragen entlockte nach Rundgängen durch verschiedene Alexianer-Bereiche WDR-Journalist Tom Hegermann seinen Gästen in der abschließenden Podiumsdiskussion.

"Unser Ziel ist es, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und Menschen anzusprechen, die sonst die Caritas nicht in den Blick nehmen“, betonte etwa Caritas-Chef Heinz-Josef Kessmann, Vorstandsvorsitzender der Caritas GemeinschaftsStiftung, die 13 unselbständige Stiftungen unter ihrem Dach vereint.

"Es bereitet einfach Freude und Erfüllung, durch Stiften überzeugende Ideen zu fördern. Zugleich sehe ich eine Stiftung auch als ein gesellschaftlich notwendiges Mittel an, wichtige und zumeist unsichtbare Schwachstellen unseres menschlichen Zusammenlebens ins Sichtbare zu transportieren“, zeigte sich DKM Vorstandsmitglied Christoph Rocksloh vom Stiftungswesen überzeugt, verdeutlichte aber auch: "Kaufmännischer Sachverstand, vorzugsweise ohne Eigeninteresse, ist beim Führen einer Stiftung sehr hilfreich!“

Dass christliche Nächstenliebe letztlich auch Geld braucht und eine professionelle Art, damit umzugehen, damit der gute Wille schließlich auch eine gute Umsetzung erfahre, unterstrich der stellvertretende Generalvikar Dr. Jochen Reidegeld.

Und auf Nachfrage von Hegermann, ob dies letztlich auch das Einschlagen neuer Wege seitens der kirchlichen Stiftungen bedeute, betonte der Bistumsvertreter: "Diese Entwicklung sehe ich und sie beinhaltet meiner Meinung viele Chancen!"

Wie hilfreich es ist, zum Beispiel mit dem Stiftungsforum auch einen guten Berater an seiner Seite zu haben, verdeutlichte Paul Damhorst, als er von den ganz praktischen Aspekten seiner Stiftungsgründung erzählte. Doch auf die Frage "Wussten Sie vorher, was auf Sie zukommt?“, konnte der ambitionierte Stiftungsvertreter ein ganz klares "Nein"signalisieren.  Dass die Herausforderungen an Stiftungsgründung und Verwaltung zunehmen, bestätigte auch Rechtsanwalt Staiber. Umso mehr war dem Alexianer-Vertreter wie auch allen Podiumsgästen auf die Frage nach den Wünschen für die Zukunft klar: "Wir müssen die Stiftungen zukunftsfähig aufstellen und brauchen dazu neben allem Fachwissen nach wie vor die Persönlichkeit der Ideengeber, mehr Transparenz, eine bessere Vernetzung und vor allem auch engagierte Menschen und Mitarbeiter, die die gute Idee umsetzen und weitertragen!"

 

 

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