Praktische Tipps zum Stiften und Fundraisen beim „Tag der Stiftungen“

Diskutierten über Stiften und Fundraisen: (von links) Generalvikar Dr. Norbert Köster, Christoph Bickmann, Schwester Hiltrud, Heinz-Josef Kessmann und Dr. Klaus Goedereis. Foto: Volker Tenbohlen

In die Zukunft investieren und langfristig etwas bewegen – das ist der Antrieb vieler Stifter. Beim „Tag der Stiftungen“ am 6. Oktober informierten sich rund 40 Stifter und Experten aus Finanzen und Kirche über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen für Stiftungen. Gastgeber war die St.-Franziskus-Stiftung Münster, die vor 20 Jahren von den Mauritzer Franziskanerinnen gegründet wurde und heute zu den größten konfessionellen Krankenhausgruppen Deutschlands zählt.

Neben Führungen durch das St.-Franziskus-Hospital und das Mutterhaus der Schwestern stand das Thema „Stiften und Fundraisen“ im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion mit Generalvikar Dr. Norbert Köster, Diözesancaritas-Direktor Heinz-Josef Kessmann, Dr. Klaus Goedereis, Vorstandsvorsitzender der St.-Franziskus-Stiftung, Schwester Hiltrud von den Mauritzer Franziskanerinnen, und Christoph Bickmann, Vorstandsvorsitzender der DKM Darlehnskasse Münster.

Referenten und Publikum beschäftigte mit Blick auf Trägerstiftungen besonders die Frage, wie das Selbstverständnis kirchlicher Träger in den Einrichtungen vermittelt werden kann. „Es ist uns ein Anliegen, dass die Menschen, die in unseren Häusern arbeiten, den Geist einer Einrichtung mittragen“, betonte Generalvikar Köster. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wüssten um die jeweilige Spiritualität, diese jedoch immer wieder zur Sprache zu bringen, bleibe eine Herausforderung. Kessmann zeigte sich optimistisch: Der Diözesancaritasverband beschäftige rund 55.000 Frauen und Männer in caritativen Einrichtungen des Bistums. „Wir setzen einfach mal voraus, dass ihnen der Dienst am Nächsten nicht gleichgültig ist, darauf kann man aufbauen“, erklärte er.

Für Goedereis ist das Mittragen christlicher Werte auch eine Frage der Haltung: „Die kleine Geste, das freundliche Wort – all das gehört dazu.“ Die franziskanische Spiritualität wachhalten – bei der St.-Franziskus-Stiftung sei dies im Qualitätsmanagement verankert. So würden neue Mitarbeiter beispielsweise durch das Mutterhaus der Franziskanerinnen geführt. „Als Stiftung schaffen wir den institutionellen Rahmen und laden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, sich mit den christlichen Werten und der Spiritualität zu beschäftigen“, erklärte er.

Beim Thema Fundraising konnten Goedereis und Schwester Hiltrud aus der Praxis erzählen. Mit der derzeit laufenden Spendenkampagne „Mehr Raum für Nähe“ der St.-Franziskus-Stiftung soll der Umbau der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am St. Franziskus-Hospital unterstützt werden. „Menschliche Nähe bleibt ein wichtiges Heilmittel, vor allem für kleine Patientinnen und Patienten im Krankenhaus“, erklärte Schwester Hiltrud. „Gerne stehe ich dafür mit meinem Gesicht.“ Neben dem finanziellen Auftrag hat Fundraisen aus Sicht von Goedereis auch wichtige Nebeneffekte wie ein Netzwerk schaffen, Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit herstellen und ehrenamtliches Engagement fördern. „Eine Stiftung kann glaubhaft machen, dass die zur Verfügung gestellten Mittel eine tatkräftige Förderung guter Werke sind“, erklärte er.

Bickmann hob dabei den Aspekt der Aufklärung hervor: „Wenn der zur Verfügung gestellte Betrag nicht für eine selbstständige Stiftung ausreicht, müssen potenzielle Stifter darüber informiert werden, welche Möglichkeiten es darüber hinaus gibt“, erklärte er. Im Mittelpunkt müsse stets der Antrieb des Stifters stehen. „Unsere Aufgabe ist es, diese Motivation einem Ziel zuzuführen.“

Der „Tag der Stiftungen“ wurde organisiert vom Stiftungsforum, das 2012 vom Bistum Münster, dem Diözesancaritasverband und der DKM Darlehnskasse Münster ins Leben gerufen wurde.

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